Der Mercedes W124 gilt als einer der solidesten Mercedes aller Zeiten. Zwischen 1984 und 1997 gebaut, entwickelte sich die Baureihe schnell zum Maßstab für Komfort, Sicherheit und Langstreckenqualität. Viele Fahrzeuge laufen noch heute zuverlässig – nicht selten mit Laufleistungen weit jenseits der 300.000 Kilometer.
Doch auch ein W124 ist inzwischen ein Klassiker. Die meisten Fahrzeuge sind über 30 Jahre alt. Alter, Witterung und hohe Laufleistungen hinterlassen daher ihre Spuren. Wer einen W124 fährt oder restauriert, sollte einige typische Schwachstellen kennen.
Rost: das größte Thema beim W124
Lange galt der W124 als nahezu rostfrei. Heute zeigt sich jedoch: Auch diese Baureihe bleibt davon nicht verschont. Besonders kritisch sind die Wagenheberaufnahmen. Hier sammelt sich Feuchtigkeit, die Korrosion kann sich unbemerkt von innen ausbreiten.
Auch die Schwellerbereiche, Radläufe und die Unterkanten der Türen sollten genau geprüft werden. Ein weiterer bekannter Punkt sind die Hinterachsaufnahmen. Wird Rost dort zu spät entdeckt, kann die Reparatur aufwendig werden.
Fahrwerk: Verschleiß nach hohen Laufleistungen
Die meisten W124 haben heute hohe Laufleistungen. Entsprechend zeigen sich häufig Verschleißerscheinungen am Fahrwerk. Besonders betroffen sind Querlenkerlager, Traggelenke und Stabilisatorgummis.
Typische Anzeichen sind Poltergeräusche auf schlechten Straßen oder ein weniger präzises Fahrgefühl. Nach einer Überholung des Fahrwerks fährt sich der W124 oft wieder so komfortabel und stabil, wie man es von diesem Modell erwartet.
Verschlissene Querlenkerlager oder Stabilisatorgummis lassen sich relativ einfach ersetzen. Passende Ersatzteile für den Mercedes W124 sind unter anderem bei Oldtimer-Ersatzteile24 erhältlich.
Kabelbaum bei späteren Baujahren
Bei einigen Fahrzeugen aus den 1990er Jahren kann der Motorkabelbaum Probleme bereiten. Die Isolierung der Kabel wird mit der Zeit spröde und zerfällt teilweise durch die Hitze im Motorraum.
Das kann zu elektrischen Störungen oder Fehlfunktionen im Motorlauf führen. Viele Besitzer ersetzen den Kabelbaum daher vorsorglich.
Dichtungen und Gummiteile
Tür- und Fensterdichtungen sind bei vielen Fahrzeugen noch die ersten. Nach Jahrzehnten werden sie hart und verlieren ihre Elastizität. Windgeräusche oder Feuchtigkeit im Innenraum sind die Folge.
Der Austausch solcher Dichtungen ist meist unkompliziert und verbessert den Komfort deutlich.
Zierleisten und Embleme
Auch optische Details altern mit den Jahren. Chromleisten können matt werden, Embleme verlieren ihren Glanz oder lösen sich. Gerade bei gepflegten Fahrzeugen lohnt sich hier ein Austausch, um das Erscheinungsbild wieder aufzuwerten.
Solche Details machen am Ende oft den Unterschied zwischen einem gebrauchten Fahrzeug und einem wirklich gepflegten Klassiker.
Fazit
Der Mercedes W124 gehört zu den langlebigsten Modellen der Marke. Seine solide Technik und die hohe Verarbeitungsqualität sorgen dafür, dass viele Fahrzeuge auch heute noch problemlos im Alltag unterwegs sind.
Wer typische Schwachstellen wie Roststellen, Fahrwerkslager oder alte Dichtungen im Blick behält, kann seinen W124 noch viele Jahre fahren. Genau das macht den Reiz dieser Baureihe aus: klassische Technik, robuste Konstruktion und ein Fahrgefühl, das bis heute überzeugt.